Willkommen zur Reihe
Mit dieser Reihe kannst du zu Hause Schritt für Schritt lernen, den Koran auf Arabisch zu lesen – allein, mit deinen Kindern oder als ganze Familie. Wir beginnen mit dem Wichtigsten: Was ist der Koran überhaupt? In der nächsten Lektion geht es mit dem arabischen Alphabet los.
Lesen lernt man am besten durch Hören und Üben. Unser Hoca hilft dir gern dabei, die richtige Aussprache zu finden.
Gottes Wort in arabischer Sprache
Für Musliminnen und Muslime ist der Koran (arabisch al-Qurʾān, türkisch Kur'an-ı Kerim) das Wort Gottes. Er wurde dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) über den Engel Gabriel (Cebrail) in arabischer Sprache offenbart – nach und nach, über etwa 23 Jahre (610 bis 632 n. Chr.). Das Wort „Qurʾān“ bedeutet „das Gelesene“ oder „das Vorgetragene“.
Die erste Offenbarung erhielt der Prophet in der Höhle Hira bei Mekka im Monat Ramadan. Sie beginnt mit dem Wort „Lies!“: „Iqraʾ bismi rabbika lladhī khalaq“ – „Lies im Namen deines Herrn, der erschaffen hat.“ (Sure 96, Vers 1)
Suren und Verse
- 114 Suren (Kapitel), türkisch „sure“, arabisch „sūra“
- 6236 Verse (türkisch „ayet“, arabisch „āya“) nach der heute üblichen Zählung
- Die erste Sure ist al-Fātiḥa, „die Eröffnende“, mit 7 Versen; sie wird in jeder Gebetseinheit rezitiert.
- Die längste Sure ist al-Baqara mit 286 Versen, die kürzeste al-Kawthar mit 3 Versen.
- Man unterscheidet mekkanische Suren (vor der Auswanderung nach Medina offenbart) und medinensische; meist zählt man 86 mekkanische und 28 medinensische.
- Für das regelmäßige Lesen ist der Koran in 30 etwa gleich lange Teile eingeteilt, türkisch „cüz“ (arabisch „dschuzʾ“).
Wie der Koran zum Buch wurde
Schon zu Lebzeiten des Propheten wurde der Koran auswendig gelernt und aufgeschrieben. Unter dem ersten Kalifen Abū Bakr wurden die Aufzeichnungen zu einem Band zusammengestellt; unter dem dritten Kalifen ʿUthmān wurden Abschriften angefertigt und in die großen Städte geschickt. Auf diesem Text beruhen alle heutigen Koranausgaben.
Übersetzungen – auf Türkisch „meal“ – geben die Bedeutung wieder. Als Koran im eigentlichen Sinn gilt aber der arabische Wortlaut; deshalb lohnt es sich, ihn lesen zu lernen.
Respekt vor dem Koran
- Nach hanafitischer Lehre berührt man den arabischen Koran (Mushaf) nur mit Gebetswaschung (Abdest).
- Er wird an einem sauberen, erhöhten Platz aufbewahrt, zum Beispiel auf einem Regal oder einem Lesepult (Rahle).
- Vor dem Lesen spricht man „Aʿūdhu billāhi mina sch-schaiṭāni r-radschīm“ und „Bismillāhir-raḥmānir-raḥīm“.
Im Koran heißt es sinngemäß: „Und Wir haben den Koran ja leicht gemacht zum Bedenken. Gibt es denn einen, der bedenkt?“ (Sure 54, Vers 17) – eine schöne Ermutigung für alle, die anfangen. In Lektion 2 lernst du das arabische Alphabet kennen.
- Diyanet İşleri Başkanlığı: İlmihal I – İman ve İbadetler
- Koran: Sure 96, Vers 1; Sure 2, Vers 185; Sure 16, Vers 98; Sure 54, Vers 17
