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Seelsorge & Hilfe in Notlagen

Ein offenes Ohr in schwierigen Zeiten: Unser Imam und der Vorstand hören zu und begleiten – für alle Menschen, unabhängig von Herkunft oder Glauben.

Gemeinde17. Oktober 2026
Sitzecke in der Hamidiye Moschee

Ein offenes Ohr in schwierigen Zeiten

In einer akuten Krise: Notruf 112 · TelefonSeelsorge 116 123 – mehr dazu weiter unten.

Als islamische Gemeinde verstehen wir es als Teil unserer religiösen und gesellschaftlichen Verantwortung, Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht allein zu lassen.

Allah sagt im Qur’an:

„Helft einander in Güte und Gottesfurcht.“ (Qur’an, Al-Māʾida 5:2)

Der Prophet Muhammad ﷺ lehrte sinngemäß, dass Allah einem Menschen beisteht, solange dieser seinem Mitmenschen beisteht (Sahih Muslim, Nr. 2699).

Unsere seelsorgerische Unterstützung richtet sich aus unserem religiösen Auftrag insbesondere an muslimische Menschen und unsere Gemeindemitglieder. Gleichzeitig gilt für uns:

Ein Mensch in Not ist zuerst ein Mensch.

Deshalb können sich Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, Herkunft oder Glauben vertrauensvoll an unseren Imam oder den Vorstand wenden. Dies gilt selbstverständlich auch für Menschen anderer Religionen oder Menschen, die keiner Religion angehören.

Wenn es einem nicht gut geht

Menschen können aus sehr unterschiedlichen Gründen in schwierige Situationen geraten. Dazu können beispielsweise gehören:

  • familiäre oder persönliche Krisen
  • Einsamkeit und Trauer
  • Ängste und Depressionen
  • belastende oder negative Gedankenspiralen
  • Probleme in Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf
  • Zukunftsängste und Überforderung
  • familiäre Konflikte
  • Krankheit oder Verlust
  • Probleme mit Behörden oder anderen Institutionen
  • Haft, bevorstehende Haft oder die Inhaftierung eines Angehörigen
  • andere persönliche Notsituationen

Niemand sollte sich dafür schämen zu sagen:

„Mir geht es nicht gut. Ich brauche Hilfe.“

Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche und steht auch nicht im Widerspruch zum islamischen Glauben. Der Prophet Muhammad ﷺ ermutigte Menschen ausdrücklich dazu, bei Krankheit Behandlung in Anspruch zu nehmen (Jāmiʿ at-Tirmidhī, Nr. 2038; Sunan Abī Dāwūd, Nr. 3855).

Gerade junge Menschen brauchen Ansprechpartner

Insbesondere bei jungen Menschen sehen wir einen zunehmenden Bedarf an Gesprächen und Unterstützung. Soziale Medien, Leistungsdruck, Einsamkeit, familiäre Belastungen, schulische oder berufliche Probleme und Zukunftsängste können Menschen stark belasten.

Unsere Moschee kann diese große gesellschaftliche Aufgabe nicht allein bewältigen. Wir verstehen uns jedoch als einen Baustein eines größeren Unterstützungsnetzes. Manchmal besteht der erste wichtige Schritt darin, mit einem Menschen zu sprechen, dem man vertraut.

Der Vorstand vertritt zugleich die klare Auffassung, dass eine ausreichende und erreichbare psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung unverzichtbar ist. Kürzungen, Verknappungen oder zusätzliche Hürden bei medizinisch notwendiger psychotherapeutischer Versorgung betrachten wir mit großer Sorge. Gerade angesichts des steigenden Unterstützungsbedarfs junger Menschen muss professionelle Hilfe erreichbar bleiben.

Wir hören zu – ersetzen aber keine Fachbehandlung

Unsere Unterstützung ist religiöse und menschliche Seelsorge.

Wir sind keine Arztpraxis, keine psychiatrische oder psychotherapeutische Einrichtung und keine professionelle Trauma-, Opfer-, Sucht- oder Krisenberatungsstelle.

Unsere Gespräche ersetzen deshalb ausdrücklich keine medizinische Behandlung, psychiatrische Behandlung, psychologische oder psychotherapeutische Behandlung, Rechtsberatung oder andere qualifikationsgebundene Fachberatung.

Wo professionelle Hilfe erforderlich ist, möchten wir Menschen dazu ermutigen, diese anzunehmen und – soweit möglich – geeignete Ansprechpartner oder Fachstellen aufzeigen.

In einer akuten Krise

Bei unmittelbarer Gefahr für das eigene Leben oder das Leben eines anderen Menschen wenden Sie sich bitte sofort an professionelle Hilfe:

  • Notruf: 112
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
  • TelefonSeelsorge: 116 123
  • Kinder- und Jugendtelefon: 116111

Wer Suizidgedanken hat, sich selbst verletzen möchte oder befürchtet, die Kontrolle über sein Handeln zu verlieren, sollte unverzüglich medizinische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen und möglichst nicht allein bleiben.

Auch Angehörige dürfen und sollen in solchen Situationen Hilfe holen.

Menschen in Haft und ihre Angehörigen

Auch Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, vor einer Haftstrafe stehen, sich in Untersuchungshaft oder Strafhaft befinden oder nach einer Haftzeit Unterstützung benötigen, können sich an uns wenden. Dasselbe gilt für ihre Familien und Angehörigen.

Wir können zuhören, religiös und menschlich begleiten und gegebenenfalls auf geeignete Beratungsstellen hinweisen. Dabei gilt eine klare Grenze:

Unsere Gemeinde leistet keine Rechtsberatung und greift nicht in Ermittlungs-, Straf- oder Gerichtsverfahren ein.

Wir helfen insbesondere nicht dabei,

  • Ermittlungen oder behördliche Maßnahmen zu behindern
  • Beweismittel zu verbergen
  • Zeugen zu beeinflussen
  • gerichtliche oder behördliche Anordnungen zu umgehen
  • sich gesetzlichen Maßnahmen zu entziehen
  • sonstige rechtswidrige Handlungen vorzunehmen

Unsere Unterstützung erfolgt ausschließlich im Rahmen der Gesetze der Bundesrepublik Deutschland.

Wir begleiten den Menschen – nicht rechtswidriges Verhalten.

Finanzielle Notlagen

Unsere Gemeinde ist keine Sozialbehörde, Bank oder Einrichtung für allgemeine finanzielle Unterstützung. Wir zahlen daher grundsätzlich keine frei verfügbaren Geldbeträge oder Darlehen aus.

Bei finanziellen Schwierigkeiten bitten wir darum, zunächst die zuständigen Behörden, Sozialleistungsträger und Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen.

In außergewöhnlichen Härtefällen kann das zuständige Vereinsgremium im Einzelfall beschließen, eine konkrete notwendige Sach- oder Direktleistung zu übernehmen. Dies kann beispielsweise eine unmittelbar gebuchte Reise zu einer Beerdigung oder die direkte Zahlung einer notwendigen Leistung an einen Dienstleister sein.

Eine Barauszahlung erfolgt grundsätzlich nicht. Auf eine solche Unterstützung besteht kein Anspruch. Entscheidungen erfolgen ausschließlich nach Prüfung und entsprechendem Gremienbeschluss.

Ehrenamtlich seit Jahrzehnten

Moscheegemeinden leisten – ebenso wie Gemeinden anderer Religionen – jeden Tag einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Gespräche mit Menschen in Not, Krankenbesuche, Trauerbegleitung, Unterstützung von Familien, Begleitung bei Haftfällen, Vermittlung zu Fachstellen und viele weitere Aufgaben werden oftmals ehrenamtlich durchgeführt.

Auch in unserer Gemeinde übernehmen Gemeindemitglieder und Vorstandsmitglieder solche Aufgaben seit mehr als drei Jahrzehnten ehrenamtlich, unentgeltlich und ohne persönlichen Eigennutzen. Wir verstehen diese Arbeit als einen wichtigen Bestandteil unserer religiösen und gesellschaftlichen Verantwortung.

Todesfall und Bestattung

Bei einem Todesfall unterstützen wir Angehörige auch bei Fragen zur islamischen Bestattung, zum Totengebet und zur Kontaktaufnahme mit Bestattungsunternehmen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite „Todesfall & islamische Bestattung“ (unten verlinkt).

Kontakt

Unseren Imam und den Vorstand erreichen Sie persönlich in der Moschee oder per E-Mail an info@hamidiye-frankfurt.de.

Quellen
  • Qur’an, Sure 5 (al-Māʾida), Vers 2
  • Sahih Muslim Nr. 2699
  • Jāmiʿ at-Tirmidhī Nr. 2038; Sunan Abī Dāwūd Nr. 3855
  • Angaben des Vorstands der Hamidiye Moschee (Oktober 2026)

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